Quarantäne-Unterhaltungstipps

An dem Tag, da ich mich fürchte, setze ich auf dich mein Vertrauen. Auf Gott, dessen Wort ich lobe, auf Gott vertraue ich, ich fürchte mich nicht.

— Psalm 56, 4&5

Hallo ihr lieben KSGler!

Aufgrund der aktuellen Coronalage und der immer größer werdenden Anzahl an Leuten in Quarantäne/Isolierung hat sich eure GL via Videochat zusammengesetzt und überlegt, wie man den Betroffenen den einsamen Alltag etwas erleuchten könnte. Gemeinsam haben wir uns dazu entschlossen, für jede Woche eine kleine Zusammenstellung aus den Kategorien

  1. Serie/Film
  2. Für die Ohren (Podcast, Musik, …)
  3. Sport
  4. Buch
  5. Coronaprojekt
  6. Lichtblick in Coronazeiten

zu posten, um mit euch zusammen der Langeweile und Einsamkeit entgegenzuwirken.

Außerdem findet ihr Pfarrer Martins aktuelle Predigt und von euch eingesendete Fürbitten, wenn man ein Stückchen runter scrollt. Wenn ihr Lust habt bei Beidem mitzuwirken, traut euch und sendet uns gerne eine E-Mail mit euren Vorschlägen!

Wir wünschen euch ganz viel Spaß, bleibt stark, verliert die Hoffnung nicht und, ganz besonders, bleibt gesund!!!

Eure GL

 

Unterhaltungsvorschläge

  1. Serie/Film: „Haus des Geldes“ und „Die zwei Päpste“ (beides auf Netflix)
  2. Für die Ohren: Der Soundtrack von „Into the Wild“ und das Hörbuch „Hummeldumm“
  3. Sport: Eine kleine oder große Radtour machen
  4. Buch: „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski und „Black Out“ von Marc Elsberg
  5. Coronaprojekt: Beim Spazieren gehen oder Joggen Müll einsammeln und der Umwelt was Gutes tun
  6. Lichtblick in Corona-Zeiten: Deutschland steht still und kann womöglich seine Kilmaziele für 2020 erreichen. Vielleicht ist das ein Anstoß für uns, in Zukunft mit etwas Weniger zufrieden zu sein – weniger Mobilität, weniger konsumieren.

 

 

Predigt zum Palmsonntag 2020

SIMON VON CYRENE

Liebe Studentinnen, liebe Studenten, 

„Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Cyrene namens Simon; ihn zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen.“

Soweit aus der Passion des Matthäus.

Simon von Cyrene

Wer war dieser Simon von Cyrene, der laut Markus und Lukas gerade vom Feld kam und quasi den Römern in die Hände lief?

Wer war er?

Und was hat er zum Beispiel da auf dem Feld gemacht?

Simon ist erst einmal ein jüdischer Name – er bedeutet: Gott hat erhört.

Simon war vermutlich Jude.

Der Beiname „von Cyrene“ verweist wohl auf das Kyrene in Nordafrika im heutigen Libyen.

Dort lebten zur Zeit Jesus viele Juden.

Markus schreibt, dass er der Vater von Alexander und Rufus ist.

Da diese beiden Namen griechisch sind, könnte es sein, dass er mit einer Griechin oder Römerin verheiratet war.

Was die Frage nach dem „Feld“ betrifft, kann diese nicht beantwortet werden. Nach Markus und Lukas kam er von einem Feld.

Vielleicht hat er dort gearbeitet?

Eigentlich war es aber schon zu spät, den das Lämmerschlachten zum Paschafest war bereits eingeleitet.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass er ein frommer Jude war, der sich in Jerusalem ein Grab kaufte und gerade von diesem Kauf kam – vom „Feld“ – vom Gräber-Feld – also.

Unbeantwortet muss auch bleiben, wie weit Simon das Kreuz Jesu tragen musste.

Wir wissen also eigentlich nur den Namen, sonst nichts!

Simon von Cyrene und die fünfte Station des Kreuzweges 

In der christlichen Tradition gilt Simon von Cyrene als der erste Heilige schwarzer Hautfarbe – weil er eben aus Nordafrika gekommen sein soll.

Auch daran sieht man, dass man von Simon eigentlich nichts weiß.

Oder dass man eben von Nordafrika und seinen Menschen nichts weiß – je nachdem.

Wir selber kennen Simon aus den Passionsgeschichten – und das Bild ist ja auch stark und eindrücklich.

Alle verbinden wir mit dem Namenwissen, wer Simon von Cyrene ist.

Und weiter begegnet uns Simon in der Frömmigkeitsform des Kreuzweges.

In Schrift und Bild – und somit in der Kunst.

In der Regel ist es die fünfte Kreuzwegstation: „Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen“.

Beide lohnt es sich zu gehen, zu beten und zu meditieren.

Der Maler und Priester Sieger Köder

Ich möchte Euch in dieser Predigt ein Bild aus einem Kreuzweg des Malers Sieger Köder vorstellen.

Es handelt sich um den Kreuzweg in der Pfarrkirche in Rosenberg in Baden-Württemberg.

Im Fünften Bild zeigt es auf eine ganz ungewöhnliche Weise die Begegnung zwischen Jesus und Simon.

Der Maler und Priester Sieger Köder (1925 – 2015) erzielte mit seinen oft eigenwilligen Interpretationen eine hohe Wirkung.

Mit seinen Arbeiten will er nicht die äußere geschichtliche Wahrheit zeigen, sondern einen inneren Vorgang, der bis heute aktuell ist oder sein kann.

Sieger Köder nahm sich die Freiheit, Simon von Cyrene an die Seite von Jesus zu stellen.

Eine der so ganz anderen Arten, der Beschäftigung mit dieser fünften Station des Kreuzweges und eben mit Simon von Cyrene.

Bildbeschreibung 

Jesus und Simon werden nebeneinander dargestellt und tragen gemeinsam einen gewaltigen Balken.

Es ist der Querbalken des Kreuzes, den die Verurteilten in der Regel selber tragen mussten.

Gemeinsam teilen sie die Last und das Bild vermittelt, dass diese schwer gewesen sein muss.

Beide Personen, vor allem die Gesichter, sind dicht aneinander geschmiegt unter dem drückenden Holz.

Wir sehen vier Hände und die Zuordnung dieser fällt auf den ersten Blick nicht ganz leicht.

Aber dann wird deutlich: Eine Hand trägt den Balken – gilt also der Last.

Die andere Hand ist jeweils fest um die Taille des anderen gelegt.

Auffallend ist, dass die Gesichter von Jesus und Simon sich ähneln – fast so, als ob es ein Bruderpaar ist.

Jesu Gesicht ist blass und grau und bereits vom Tode gezeichnet.

Das Gesicht des Simon ist kräftig und voller Leben.

Und dennoch: Die Stimmungen der Gesichter scheinen fast ein wenig heiter und entspannt.

Die hellste Stelle des ganzen Bildes liegt auf dem Gesicht des Simon.

Ansätze einer Interpretation 

Was hat Jesus mit diesem Simon von Cyrene zu tun?

Er kam doch nur zufällig vorbei.

Da wurde er gezwungen, das Kreuz tragen.

Oder wenn wir auf das Bild von Sieger Köder schauen: „mitzutragen“.

Er kam doch nur zufällig vorbei.

Zufällig?

Was bedeutet in diesem Zusammenhang Zufall?

Sinnlose Beliebigkeit, oder das, was eben zu-fällt?

Simon ist hier eine Herausforderung zugefallen, die er sich wirklich nicht ausgesucht hat; vor der er aber jetzt auch nicht weglaufen kann.

Das veränderte sein Leben.

Dieser Jesus, mit dem er nichts zu tun hat, wird für ihn zum Nächsten, der seinen Beistand dringend braucht.

Simon ist kein barmherziger Samariter, der von sich aus die fremde Not sieht und ohne Zögern zugreift.

Man zwingt ihn, den Unbeteiligten, in diesen Dienst.

Man nötigt ihm das fremde Kreuz auf und er fügt sich notgedrungen.

Und wenn ich jetzt die beiden Gesichter aus dem Bild interpretiere, werden unter dem schweren Balken aus Fremden Brüder.

Einer kommt dem anderen in seiner Not so nah, dass die Distanz fällt.

Der Körper des einen wird zum Halt des anderen.

Die Wange des einen drückt sich an die Wange des anderen.

Beide stehen gemeinsam zusammen.

Simon ist der Helfende und Jesus der Hilfsbedürftige.

Und dennoch zeigt die Situation:

Simon ist nicht nur der Gebende, sondern auch der Empfangende.

Die eine Hand Jesu trägt das Kreuz, die andere umfängt den Simon und beantwortet dessen Umarmung.

Wie ich schon sagte, liegt die hellste Stelle des ganzen Bildes in dem Lichtschein, der das Gesicht des Simon aufleuchten lässt.

In dieser Situation, über der schon der Schatten des Todes heraufzieht, wird ihm eine Erfahrung zuteil, die ihn erleuchtet und ihm zugleich Ausstrahlung schenkt.

Ich selber bin und werde angesprochen!

Und wenn ich das Bild weiter betrachte kann ich sagen:

Der Blick der beiden fällt auf mich.

Der Blick dessen, der aus Treue zu seiner Sendung nicht vor dem Kreuz zurückweicht.

Der Blick dessen, der unter das Kreuz genötigt wurde und in Jesus den Bruder fand.

„Sieh uns an“, so könnte ihr Blick uns sagen, und schau dich selber an.

Wo stehst Du mit Deine Kreuz?

Hast Du einen Bruder oder eine Schwester an deiner Seite?

Und an wessen Seite steht Du?

Wo erfährst Du Solidarität und wem schenkst Du sie?

Unter wessen Kreuz bist Du genötigt worden?

Wer wurde Dir als Nächster zugemutet?

Kennst auch Du die Erfahrung des Lichts, wenn Du Dich von einem Anderen hast anrühren lassen?

Kennst du das Gefühl, wenn Du einem Anderen zur Seite gestanden bist?

Einer trage des anderen Last

Wenn wir das Bild von Sieger Köder ansehen und dabei nicht die Geschichte von Jesus und Simon von Cyrene kennen würden, wir würden nicht deutlich erkennen, wer hier wessen Last zu tragen hat.

Wenn wir bereit sind, einander die Lasten zu tragen, so sagt uns diese fünfte Station, dann werden auch wir IHM mehr und mehr ähnlich werden.

Ihm, der für uns das Kreuz getragen hat.

Ihm, der unser jeweiliges Kreuz mit uns trägt.

Das wäre ein Traum oder eine Vision von einer geschwisterlichen Welt.

Keine und keiner trägt mehr sein Kreuz alleine.

Keine und keiner verachtet den Fremden.

Jeder nimmt den anderen an, den alle sind Schwestern und Brüder, weil er, Jesus, unser aller Bruder ist.

AMEN

© P. Martin Rosner O.P., Leipzig 2020

 

Fürbitten

Lieber Gott, schenke uns in dieser schwierigen Zeit der Isolation einen besonderen Sinn für Solidarität. Überall auf der Welt gibt es Einsamkeit, menschlich und geistlich. Stärke unsere Ideen mit einsamen Menschen in Kontakt zu treten und Ressourcen zu teilen.

Guter Gott, morgen beginnt für viele von uns das Sommersemester. Es ist ein Semesterstart, den wir so noch nicht erlebt haben. Uns fehlen die Veranstaltungen, zu denen wir uns von zuhause auf dem Weg in die Uni machen. Uns fehlt die gewohnte Struktur, die manchem von uns auch des Morgens aus dem Bett verhilft. Es fehlt das Gespräch, der gemeinsame Gang in die Bibliothek, das gemeinsame Mensen mit Kommilitonen. Hilf uns beim Start in dieses neue Semester und unterstütze uns beim Umgang mit den neuen digitalen Lernformaten, mit denen wir nun umgehen müssen. Schenke denen Zuversicht und Verständnis, die in finanzielle oder planerische Schwierigkeiten im Studium kommen. Sei bei den Verantwortlichen der Hochschulen, dass ihnen die Schwere dieser Krise bewusst wird und sie dies in ihren Planungen zum Wohle aller zu würdigen wissen.

Herr Jesus Christus, am Palmsonntag erinnern wir an deinen Einzug in Jerusalem auf einem Esel unter dem lautem Zuruf der Menge: „Hosanna dem Sohne Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ Gleichsam ist es der Beginn deines Leidensweges bis hin zum Tod und durch ihn hindurch, an den wir in der gleichsam am Palmsonntag beginnenden Karwoche erinnern. So wie Jubel am Palmsonntag und Todesstille am Karfreitag beieinander liegen, so gehört Jubel, Leiden und Sterben unzertrennlich zum menschlichen Leben dazu. Wir bitten dich für alle Leidenden und Sterbenden. Sei du ihnen nahe und schenke ihnen Hoffnung auf die Erlösung, die wir an Ostern feiern. Nimm unsere und alle Verstorbenen auf in dein Reich und lass sie dein Angesicht schauen.

Herr, ich bitte dich erneut für die Menschen auf Lesbos und in Moria. Auch in den dunkelsten Stunden der Menschen dort, sei du ihnen Licht und lege deine Hand auf ihre Schultern. Behüte sie und zeig ihnen an diesen grausamen Orten, dass sie nicht vergessen werden.

Gott, du Mutter und Vater deiner Kinder, ich bitte dich: Schütze und stärke alle Kinder in diesen außergewöhnlichen Zeiten. Schenke ihnen Geduld, wenn es schwer fällt, den wenigen Platz zuhause und die Geschwister auszuhalten. Schenke ihnen Durchhaltevermögen für das selbstständige Lernen und in schwierigen familiären Situationen. Schenke ihnen die Zuversicht, dass sie ihre Freundinnen und Freunde nicht verlieren werden und du für sie immer Trost und Zuflucht bist.

Kalender

7. Apr

Dienstag um 07:00 Uhr
KSG Leipzig

Laudes

7. Apr

Dienstag um 20:00 Uhr
Alojs-Andritzki-Kapelle

Chorprobe

8. Apr

Mittwoch um 22:00 Uhr
KSG Leipzig

Barabend

9. Apr

Donnerstag um 19:30 Uhr
KSG Leipzig

Internationaler Abend

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